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Di 28.05.13

neru GmbH sichert IT-Systeme mit Stratus Avance - Verfügbarkeit automatisch


Der Lettershop- und Fulfilment-Dienstleister neru GmbH musste im Rahmen einer Neugestaltung seiner IT-Landschaft auch die Verfügbarkeit seiner Serversysteme erhöhen. Das Unternehmen entschied sich für die Software-Lösung Stratus Avance, die ohne zusätzlichen Administrationsaufwand und zu überschaubaren Kosten ein hohes Niveau an Ausfallsi-cherheit bietet. Von Rainer Doh.

Bis zu 50.000 Sendungen pro Tag: Kuvertiermaschine bei neru


Bis zu 50.000 Sendungen pro Tag: Kuvertiermaschine bei neru

Massensendungen - neru versendet an bis zu eine Millio-nen Empfänger


Massensendungen - neru versendet an bis zu eine Millio-nen Empfänger

Michael Greiner, Leiter Lettershop der neru GmbH


Michael Greiner, Leiter Lettershop der neru GmbH

Die in den 80er-Jahren gegründete neru hat von Anfang an mit PCs und bald darauf mit PC-basierten Servern gearbeitet. Die Aufgaben, die Verarbeitung großer Druckaufträge, die umfangreiche und auf Grund personenbezogener Daten sicherheitskritische Adressverwaltung, später dann der Online-Abruf von Lieferungen, haben immer eine leistungsfähige IT verlangt.

Das Unternehmen aus Bachhagel im Landkreis Dillingen am Westrand der Schwäbischen Alb, übernimmt als Fullservice-Dienstleister Druck und Versand von umfangreichen Massensendungen, dazu gehören beispielsweise Mailings, sowie der Versand von Werbematerial, Prospekte, Bücher oder Presseerzeugnisse. Mit seinen Digitaldruck-, Falz- und Kuvertiersystemen kann neru Kleinstaufträge, aber auch Aufträge mit sehr hohen Auflagen abwickeln.

Im Geschäftsbereich Lagerlogistik werden von neru im Kundenauftrag in drei Lagern am Ort Artikel eingelagert und verwaltet, die von den Kunden online abgerufen und dann von neru weltweit verschickt werden. Ein weiterer Geschäftsbereich ist die Konfektionierung, hier stellt neru für seine Kunden komplett versandfertige Lieferungen aus einzelnen Bestandteilen zusammen, so werden beispielsweise Werbemittel, Informationsmaterial und Kundengeschenke konfektioniert, verpackt und versandfertig gemacht. Zum Kundenkreis gehören bedeutende Firmen wie z. B. Paul Hartmann AG, Husquarna GmbH, Carl Zeiss AG, Baumit GmbH und Margarete Steiff GmbH.

Die Ausweitung dieser verschiedenen Geschäftsbereiche haben auch neue Anforderungen an die IT in den Vordergrund gerückt: die Verfügbarkeit der Systeme. Seit die Kunden von neru nicht mehr in erster Linie Werbematerial versenden lassen, was nur bedingt zeitkritisch ist, sondern auch Produkte, beispielsweise auch Produkt-Muster für Messen, kommt es auf eine kurzfristige, termingetreue Auslieferung an. Voraussetzung dafür ist, dass die IT ständig verfügbar ist. Verzögerte Auslieferungen auf Grund von IT-Störungen wären gegenüber den Kunden nicht vertretbar und würden zu Imageschaden und Umsatzeinbußen führen.

"Wir haben uns 2011 anlässlich eines Re-Designs unserer IT-Landschaft erstmals näher mit dem Thema Verfügbarkeit beschäftigt", erklärt       Michael Greiner, Leiter Lettershop bei neru in Bachhagel. "Wir benötigten eine generell leistungsfähigere IT und haben uns bei den Planungen auch die Frage gestellt, was eigentlich in unserem Betrieb passiert, wenn zentrale IT-Systeme ausfallen sollten." Diese Überlegungen ergaben, dass bei einem Server-Ausfall eine mehrstündige, wenn nicht mehrtägige Unterbrechung des Geschäftsbetriebs nicht auszuschließen war – ein Risiko, das das Unternehmen nicht länger eingehen wollte.

Hochverfügbarkeit und Virtualisierung

neru hatte zu diesem Zeitpunkt fünf physische Server im Einsatz, auf denen weitere fünf virtuelle Systeme unter VMware betrieben wurden. Diese Systeme sollten in einer neuen IT-Landschaft zum einen konsolidiert, zum anderen ausfallsicher werden.

Zur Wahl standen zunächst die Virtualisierungslösungen von VMware und Microsoft, die jedoch beide den Anforderungen des Unternehmens nicht voll entsprechen konnten. "Wir hätten bei beiden Varianten neben den Cluster-Knoten ein separates Storage-System installieren müssen", erläutert Michael Beck, vom Systemhaus MBsoft in Neresheim, der neru bei der Implementierung der Systeme beraten und betreut hat. "Bei beiden Lösungen handelt es sich um recht komplexe Systeme, die einigen administrativen Aufwand erfordern." neru wollte aber im Fall einer Störung der IT-Systeme den Betrieb möglichst schnell und ohne Aufwand wieder weiterführen können. "Wir selbst verfügen nicht über IT-Spezialisten, aber wir können in einem Störfall auch nicht warten, bis jemand von einem Systemhaus zu uns kommt", ergänzt Greiner. "Die in so einem Fall nötige Sofort-Reaktion könnten wir über kein noch so weit gehendes Service-Level-Agreement abdecken." Ergänzend musste berücksichtigt werden, dass die Lösungen von VMware und Microsoft mit einem Gesamtinvestitionsaufwand zwischen 20.000 und 30.000 Euro relativ teuer gewesen wären.

Auf Grund des Anforderungsprofils führte der Weg zu Stratus Avance und damit zu einer Software-Lösung, die Virtualisierung und Hochverfügbarkeit in einem leicht administrierbarem System vereint. Das technische Konzept von Stratus Avance ist im Grunde sehr einfach: Zwei handelsübliche x86-Server werden verbunden und durch eine spezielle Software im Betrieb permanent analysiert und synchronisiert; im Falle einer Störung auf einem Server würde Avance eine Live-Migration der Anwendungen auf den nicht betroffenen Server durchführen, so dass der den Betrieb fortsetzen könnte, ohne dass irgendein Eingriff nötig wäre. Ist die Störung behoben, so bringen sich die beiden Systeme automatisch wieder auf den gleichen Stand.

Dabei wartet Avance auch nicht einfach passiv auf das Auftreten von Störungen. Die Lösung verfügt über eine automatische Fehlererkennung auf Basis einer Fehlermusterdatenbank und kontrolliert ständig mehr als 150 Systemparameter von der Stromspannung über die Temperatur bis zum Fehlerkorrekturverfahren des Arbeitsspeichers. Avance kann damit Hardwareprobleme schon während der Entstehung identifizieren und vor einem Ausfall proaktiv entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. So ist Avance beispielsweise in der Lage, Daten noch bevor ein Problem wirksam wird, auf den intakten Partner-Server verlagern; der Anwender erfährt von der Störung dann nur über die entsprechenden Systemmeldungen.

Für kleinere und mittlere Unternehmen ist dabei wichtig, dass Stratus Avance im Unterschied zu den technischen Alternativen, weder eine aufwändige Implementierung noch eine spezielle Administration benötigt. Die permanente Synchronisation, die Live-Migra­tion und die nachführende Synchronisation erfolgen automatisch, also ohne Eingriff eines Systembetreuers. Das gesamte System lässt sich mit der integrierten webbasierten Management-Konsole von anderen Standorten aus überwachen und administrieren, zum Beispiel im Rahmen eines Servicevertrags durch ein Systemhaus. Durch eine Call-Home-Funktion meldet Avance eventuelle Störungen automatisch per E-Mail an das jeweils zuständige Systemhaus, so dass dort beispielsweise Austauschteile sofort verschickt werden können – in vielen Fällen treffen solche Teile beim Anwender ein, noch ehe dieser die Störung selbst festgestellt hat.

Durch dieses Bündel von Funktionen erreichen die Server mit Stratus Avance ein Verfügbarkeitsniveau von mehr als 99,99 Prozent. Dabei ist Stratus Avance in der Anschaffung außerdem deutlich günstiger als alternative Lösungen. "Bei Avance müssen wir im Unterschied zu anderen Lösungen kein SAN installieren", bemerkt Beck dazu. "Dies reduziert die Gesamtinvestition noch einmal ganz erheblich."

Bei neru wurden 2011 zwei physikalische Exone-Intel-x86-Server installiert, die insgesamt zehn virtuelle Server beherbergen. Auf diesen kommen neben den üblichen Anwendungen für Office und Kommunikation insbesondere Lösungen für den Druck der Sendungen, sowie für die Versandabwicklung – einschließlich direkter UPS-Anbindung – zum Einsatz. Die Migration auf die neuen Systeme erfolgte problemlos innerhalb von zwei Tagen. Das Gesamtsystem ist außerdem durch zwei unterbrechungsfreie Stromversorgungen abgesichert. Derzeit sind die Server bei neru noch im selben Raum untergebracht, eine räumliche Trennung ist jedoch mittelfristig geplant; die Systeme können dadurch besser gegen äußere Schadensfälle wie Feuer oder Wasserschaden abgesichert werden. Avance unterstützt auch eine derartige "Split-Site-Installa­tion", die beiden Avance-Server können in bis zu fünf Kilometer Distanz aufgestellt werden, die Synchronisation der Systeme und die Live-Migra­tion der Anwendungen funktioniert auch über diese Entfernung.

Ein Störfall ist seit der Implementierung von Stratus Avance bei neru noch nicht aufgetreten, so dass die Lösung ihre Funktionsfähigkeit bisher lediglich bei einem probeweisen Abziehen des Netzsteckers eines der Server unter Beweis stellen konnte. "Für uns ist es wichtig zu wissen, dass wir uns auf das System absolut verlassen können", erläutert Greiner. "Gerade als kleines Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung sind wir auf Systeme angewiesen, die zum einen stabil laufen, die aber zum anderen Störfälle automatisch regeln können. Hier bietet uns Stratus Avance die nötige Sicherheit."