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Fr 20.11.15

Langfristiger Schutz vor Bränden: APP veröffentlicht Meilensteine bei der Torflandbewirtschaftung


Die Asia Pulp & Paper Group (APP) begrüßt die Initiative des indonesischen Präsidenten für eine bessere Bewirtschaftung von Torfland, die ein Moratorium der neuen Erschließungen von Torflandschaften beinhaltet.


APP und seine Zellstofflieferanten planen den Bau von über 3.000 Grenzkanaldämmen in der Provinz Riau auf der indonesischen Insel Sumatra, um die Torflandschaften durch Anhebung des Wasserspiegels schützen und das Waldbrand-Risiko durch die Wiedervernässung des Torfs zu verringern.

Im Rahmen der unternehmenseigenen Best Practices-Initiative für die Bewirtschaftung von Torflandschaften verkündet APP nun die Fertigstellung von mehr als 400 Dämmen zur Sperrung von Plantagengrenzkanälen in Konzessionsgebieten von APP-Lieferanten, die Torflandschaften in Riau und Südsumatra beinhalten. Die Dämme sollen die Torflandschaften durch Anhebung des Wasserspiegels schützen und das Waldbrand-Risiko durch die Wiedervernässung des Torfs verringern. Insgesamt planen APP und seine Zellstofflieferanten den Bau von über 3.000 Grenzkanaldämmen in der Provinz Riau auf der indonesischen Insel Sumatra. Die Dämme sollen bis zum ersten Quartal 2016 fertiggestellt sein. Der Bau ähnlicher Grenzkanaldämme in Konzessionsgebieten von APP-Lieferanten in den Provinzen Jambi, Südsumatra und West-Kalimantan ist im vollen Gange. Baubeginn ist noch in diesem Jahr.

Der Bau von Dämmen zur Grenzkanalsperrung ist der erste Schritt zur Errichtung weiträumigerer Pufferzonen zwischen Wäldern und Plantagen in und um sämtliche Konzessionsgebiete der Lieferanten von APP. Diese Pufferzonen ermöglichen am Waldrand einen nahezu natürlichen Wasserspiegel zu erhalten, der für den Waldfortbestand, den Erhalt von Torflandschaften sowie für die Reduzierung von CO2-Ausstößen und des Brandrisikos unabdingbar ist.

Torf entsteht aus nur unvollständig zersetztem Pflanzenmaterial, das meist in Feuchtgebieten zu finden ist. Er sorgt für eine reiche biologische Vielfalt, speichert große Mengen an Kohlenstoff und ist in ganz Indonesien zu finden, von der Insel Sumatra bis hin zur Provinz Papua. Eine unkontrollierte Entwässerung trocknet den Torf aus, woraufhin dieser zerfällt und CO2 freisetzt. Trockener Torf ist zudem leicht entflammbar.

Neben der Fertigstellung der Dämme stellte APP zudem die Fortschritte seiner Best Practices-Initiative zur Bewirtschaftung von Torfland vor, die das Unternehmen seit zwei Jahren vorantreibt. Die Initiative baut auf APP’s Zusagen im Rahmen der 2013 eingeführten Waldschutzpolitik (Forest Conservation Policy – FCP), mit der das Unternehmen ein Moratorium über die Rodung aller Naturwälder und neuer Torflanderschließungen beschloss. Dieses Moratorium ermöglicht eine wissenschaftliche Bewertung, deren Ziel die Erstellung einer umfassenden Karte der Torflandschaften innerhalb der Lieferkette von APP sowie die Eruierung von Verfahren zur bestmöglichen Bewirtschaftung dieser Gebiete ist. Seit 2014 ist Deltares, ein unabhängiges Institut für angewandte Forschung, das sich auf Hydrologie und Torflandbewirtschaftung in Südostasien spezialisiert hat, im Auftrag von APP für die genannten Aufgaben zuständig.

Der erste Meilenstein dieses auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Ansatzes der Torflandbewirtschaftung war die diesen August von APP gemachte Zusage, die Bewirtschaftung von fünf Plantagen seiner Lieferanten in den Provinzen Riau und Südsumatra mit sofortiger Wirkung einzustellen: eine Fläche von ca. 7.000 Hektar. Als Teil dieses Vorhabens führen Deltares und APP unter der Nutzung innovativer LiDAR-Fernmessungs-Technologie das bisher größte Mapping für tropische Torflandschaften durch. LiDAR ermöglichte es Deltares, etwa ein Viertel aller indonesischen Torflandschaften, in denen APP-Zulieferer ansässig sind, zu kartographieren. Im August wurde die LiDAR-Datenerhebung aus der Luft abgeschlossen: 4,5 Millionen Hektar indonesischer Torfmoore wurden dabei erfasst. Die Daten werden nun phasenweise analysiert und die daraus resultierende Karte der küstennahen Torflandschaften Ostsumatras wird voraussichtlich bis zum ersten Quartal 2016 fertiggestellt.

Aida Greenbury, Direktorin für Nachhaltigkeit bei APP, hält fest:
„Eine flächendeckende Umsetzung von Best Practices zur Torflandbewirtschaftung ist eine langfristige Lösung zum Schutz von Torflandschaften und -wäldern und kann Waldbrände verhindern. Aus diesem Grund hat APP in den vergangenen zwei Jahren umfangreiche Investitionen dahingehend getätigt, Best Practices für die Bewirtschaftung von Torfland zu entwickeln, die an den Standorten unserer Zellstoffholzlieferanten umgesetzt werden sollen. Neben unseren Aktivitäten bei der Aufforstung und der Kanalsperrung zum Erhalt des Wasserspiegels in Torflandschaften wollen wir die indonesische Regierung weiter unterstützen und mit anderen Akteuren zusammenarbeiten, damit die Best Practices für die Torfbewirtschaftung wirklich umgesetzt werden.“

Die Ergebnisse der Best Practices-Initiative für die Bewirtschaftung von Torflandschaften werden der indonesischen Regierung, Unternehmen und örtlichen Gemeinden vorgelegt. So soll sichergestellt werden, dass langfristig ganz Indonesien vom Schutz der Torflandschaften und der Waldbrandprävention profitiert.