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Di 13.09.16

Reform der Klimafinanzierung unerlässlich für Erfüllung des Pariser Klimaabkommens


Waldschutzversprechen des World Conservation Congress in Hawaii kann nur mit geeigneten Finanzierungsmechanismen eingehalten werden

Nach Aussagen der indonesischen Asia Pulp & Paper Group (APP) können die bei der COP21 (Paris, im Dezember 2015) vereinbarten Verpflichtungen nur durch eine Neugestaltung der Klimafinanzierung realisiert werden. Aida Greenbury, Managing Director of Sustainability bei APP und Referentin beim IUCN World Conservation Congress in Hawaii fordert, dass aktuelle Klimafinanzierungsmechanismen wie REDD+ Kleinbetrieben und Waldgesellschaften mehr Möglichkeiten beim Zugriff auf Vorausinvestitionen bieten sollten. Dies sei ein entscheidender Bestandteil für den Schutz und die Aufforstung der Wälder auf der ganzen Welt.

Derzeit werden Zahlungen solange zurückgehalten, bis Emissionsrückgänge erreicht werden. Dieses Vorgehen bietet den Menschen vor Ort keinen Ansporn, dringend notwendige Maßnahmen anzustoßen. Wenn sich von Spendern finanzierte Pläne an solche Mechanismen halten müssen, bei denen die Zahlung erst nach Erreichen des Ergebnisses erfolgt, muss mehr getan werden, um die Förderung zugunsten der Gemeinschaften zu lenken. Ziel sollte hierbei sein, die lokalen Kommunen auch bei der Erfüllung ihrer kurzfristigen Bedürfnisse zu unterstützen, während sie auf Zahlungen warten, die sie erst nach dem Erreichen langfristiger Ergebnisse erhalten. „Das Pariser Klimaabkommen hat das ehrgeizige Ziel, bis 2020 100 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren. Es ist jedoch nicht nur der erwirtschaftete Finanzierungsbetrag, der uns Erfolg bringen wird. Es müssen auch Mechanismen eingerichtet werden, um Ausgaben effektiv zu steuern. Ansonsten bleiben Kleinunternehmen auf der Strecke“, so Aida Greenbury, Managing Director of Sustainability.

Greenbury stellt zudem die entscheidende Rolle der privatwirtschaftlichen Förderung heraus, um die Klimafinanzierung voranzubringen. „Unternehmen, die mit forstwirtschaftlichen Rohstoffen zu tun haben, müssen bei der Unterstützung von Klimafinanzierungsinitiativen mehr in die Pflicht genommen werden. Durch direkte finanzielle Beiträge können wir nicht nur die Kostenlast teilen, sondern auch das Risiko größerer Investitionen aus Spenderländern oder aus der Entwicklungsfinanzierung wesentlich senken.“ Seit 2013 hat APP mehrere Millionen Dollar in den Waldschutz und die Aufforstung in Indonesien investiert. Denn mit der Einführung seiner Waldschutzpolitik (Forest Conservation Policy – FCP) hat sich das Unternehmen seither verpflichtet, die Abholzung von Naturwäldern vollständig zu stoppen.

Als Teil einer großen indonesischen Delegation spielt APP auf dem Kongress zum ersten Mal eine aktive Rolle. APPs engagiertestes Projekt in der IUCN ist die Verpflichtung, den Schutz und die Aufforstung verödeter und abgeholzter Wälder in zehn wichtigen indonesischen Landschaften* zu unterstützen. APP ist weiterhin das einzige Unternehmen, das sich der Bonn Challenge verpflichtet hat und in diesem Zuge 2014 die New York Declaration on Forests unterzeichnet hat.

Mit Bezug auf die Zusage Präsident Obamas, den Meeresschutz zu fördern, betont Greenbury bei der Veranstaltung zudem, dass die Bemühungen zur Unterstützung von blauem und grünem Kohlenstoff besser integriert werden müssen. „In Indonesien sehen wir, dass es keine klaren Grenzen zwischen Landwirtschaft, Wald, Mangrovenwäldern und dem Meer gibt. Zum Schutz von Waldlandschaften benötigen wir einen integrierten Ansatz aller Akteure. Daher müssen wir enger mit jenen zusammenarbeiten, die sich auf blauen Kohlenstoff konzentrieren, um sicherzustellen, dass alle natürlichen Ressourcen dort, wo Land und Meer aufeinandertreffen, geschützt werden.“