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Mi 13.09.17

Warum eine Berliner Druckerei auf kobaltfreie Druckfarben setzt


ch in der Druckindustrie achten Kunden auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Deshalb bieten einige Druckereien CO2-neutralen Druck oder produzieren mit 100% Ökostrom. Ein großer Schritt in Richtung „grüner Druck“ ist auch der Verzicht auf Kobalt. Das umstrittene Mineral wird beim Offsetdruck für die Trocknung der Druckfarben eingesetzt. Dass es auch ohne den Einsatz von Kobalt geht, beweist eine Berliner Druckerei. Im LASERLINE Druckzentrum werden im Offsetdruck seit August 2017 nur noch Druckfarben eingesetzt, die auf Kobalt gänzlich verzichten.


Die türkisfarbene Firmenzentrale von LASERLINE in Berlin-Mitte ist das Wahrzeichen des Berliner Druckzentrums. Quelle: Daniel Isbrecht


In Druckfarben wurde Kobalt bisher für eine schnellere Trocknung eingesetzt – aber es geht auch umweltfreundlich ohne das Mineral. Quelle: Daniel Isbrecht


Rolf Henkel, Leiter der Produktion des LASERLINE Druckzentrums, setzt zukünftig auf rein kobaltfreie Druckfarben im Offsetdruck. Quelle: Daniel Isbrecht

Der Begriff „Kobalt“ kommt ursprünglich vom deutschen Wort für „Kobold“. Der Stoff ist jedoch längst nicht so harmlos, wie diese Bezeichnung klingen mag. Ganz im Gegenteil, denn Kobalt wird oft unter menschen- und umweltfeindlichen Bedingungen abgebaut.

Vor allem in der Demokratischen Republik Kongo und in Sambia wird das Mineral gefördert, wo die Arbeiter es unter gesundheitsgefährdenden und gefährlichen Bedingungen und zu geringsten Löhnen gewinnen. Beim Abbau wird oftmals das Grundwasser verseucht, was den ansässigen Bauern ihre Lebensgrundlage entzieht. Zudem gibt es Auseinandersetzungen rund um die Minen, da über deren Erträge Waffen und Kriege finanziert werden.

In der ersten Welt gehen die Probleme weiter: Kobalt lässt sich zwar gut recyceln, diese Möglichkeit wird jedoch viel zu selten genutzt. Batterien und Akkus enthalten Kobalt, was durch ordnungsgemäßes Recycling wiederverwendet werden kann. Dennoch landen viele Batterien und Akkus in elektrischen Geräten im Hausmüll.

Auch gängige Offsetdruckfarben beinhalten Kobalt. Die Kobaltverbindungen dienen hier als Katalysator für die chemische Trocknung der Farben, die im Offsetdruck notwendig ist. Erst wenn der Druck trocken ist, kann der Druckbogen weiterverarbeitet werden. Da der Einsatz von Kobalt den Verarbeitungsprozess beschleunigt, ist der Stoff deshalb den meisten Druckfarben zugesetzt.

Dass es auch ohne Kobalt geht, beweist das LASERLINE Druckzentrum. Als eine der ersten Druckereien setzt LASERLINE zukünftig auf rein kobaltfreie Druckfarben. Rolf Henkel, Produktionsleiter des Berliner Druckzentrums, begründet die Entscheidung: „Der Einsatz von Kobalt in Druckfarben wird immer häufiger kritisch gesehen. Unsere Kunden legen Wert auf eine nachhaltige Herstellung ihrer Drucksachen und auf einen aktiven Umweltschutz. Dazu gehört konsequenterweise der Verzicht auf Kobalt.“

Produktionsbedingte Nachteile ergeben sich keine. „Moderne Druckfarben ermöglichen es, die Trocknung der Offsetdruckfarben auch ohne Kobalt zu erreichen. Kunden bemerken im fertigen Druckprodukt keinen Unterschied, die Qualität ist gleichbleibend hoch“, erklärt Henkel.

So können sich Kunden darauf verlassen, dass ihre Offsetdrucke beim LASERLINE Druckzentrum nur noch kobaltfrei hergestellt wurden. Das Berliner Unternehmen geht somit einen weiteren, großen Schritt hin zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Produktion und bietet einen neuen Mehrwert hinsichtlich des Umweltschutzes.

Weitere Informationen unter:

www.laser-line.de/unternehmen