Mo 03.07.17

Hansa-Druckerei Stelzer investiert in neue Falztechnologie


Die zweitälteste Druckerei Deutschlands - Hansa-Druckerei Stelzer in Stade - setzt seit Jahren erfolgreich auf die Falzmaschinentechnologie von MB Bäuerle und investiert erneut.

Das Schwertfalzwerk MS 45 ist mobil und höhenverstellbar und kann somit problemlos an verschiedenen Positionen innerhalb der Falzanlage eingesetzt werden.


Das Schwertfalzwerk MS 45 ist mobil und höhenverstellbar und kann somit problemlos an verschiedenen Positionen innerhalb der Falzanlage eingesetzt werden.

Überzeugt vom vollautomatischen Maschinenkonzept prestigeFOLD NET 52: Prokurist Carsten Stelzer (re.), Buchbinder Matthias Rudelsberger (li.), hier mit dem MB Bäuerle Vertriebsbeauftragten der Region Nord, Jens Jacobsen.


Überzeugt vom vollautomatischen Maschinenkonzept prestigeFOLD NET 52: Prokurist Carsten Stelzer (re.), Buchbinder Matthias Rudelsberger (li.), hier mit dem MB Bäuerle Vertriebsbeauftragten der Region Nord, Jens Jacobsen.

Verschiedene Drucksysteme stehen auch für hochwertige Lackveredelungen oder Sonderfarben zur Verfügung.


Verschiedene Drucksysteme stehen auch für hochwertige Lackveredelungen oder Sonderfarben zur Verfügung.

Die Altarbibel ist über 300 Jahre alt und wurde bereits in der Hansa-Druckerei, damals noch an einem anderen Standort, hergestellt.


Die Altarbibel ist über 300 Jahre alt und wurde bereits in der Hansa-Druckerei, damals noch an einem anderen Standort, hergestellt.

Beim Betreten des Vorraums erkennt der Besucher auf Anhieb, dass es sich bei der Hansa-Druckerei Stelzer um ein Unternehmen mit langer Tradition handelt. Dort ist nämlich in einer Vitrine eine Altarbibel aus dem Jahr 1702 ausgestellt, welche ursprünglich in der Druckerei hergestellt wurde. Die Druckerei selbst entstand bereits 1651. In diesem Jahr wurde Elias Holwein vom Schwedischen Königshaus das Privileg verliehen, eine Buchdruckerei zu etablieren. Somit gilt die Hansa-Druckerei als zweitälteste Druckerei in Deutschland. 1910 erwarb dann der Stader Kaufmann Robert Stelzer die Druckerei. Heute wird das Unternehmen in vierter Generation von Carsten Stelzer zusammen mit seiner Mutter Christiane Stelzer-Muflizovic geführt.

Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann liebt es, alle Produktionsprozesse im eigenen Haus zu beherrschen: „Die Druckvorstufe und die Weiterverarbeitung habe ich im Griff, jetzt will ich nur noch das Drucken lernen“, erläutert Carsten Stelzer seine persönliche Zielsetzung. Das Unternehmen zeichnet sich durch sein umfangreiches Produktportfolio aus. Dieses reicht von klassischen Geschäftsdrucksachen über Imagebroschüren, Formularen, Gebrauchsanweisungen bis hin zu Postern, Stanzungen und Spezialanfertigungen. Auf 1.200 m² wird seit 1990 am heutigen Standort produziert. Insgesamt 15 Mitarbeiter sorgen für die reibungslosen Abläufe in dem vollstufigen Druckunternehmen. Die langjährige Betriebszugehörigkeit vieler Mitarbeiter von teilweise bis zu 50 Jahren unterstreicht die positive Stimmung, die überall im Unternehmen zu spüren ist. Das Kundenklientel ist breit gestreut und erstreckt sich von Großkonzernen mit weltweit angesiedelten Standorten bis hin zum kleinen Handwerksbetrieb. Besonders liegen die persönlichen Kundenbeziehungen dem Inhaber am Herz. „Die Kunden sind froh, dass ich persönlich für sie da bin“, ergänzt Carsten Stelzer.

Für effiziente Produktionsabläufe ist natürlich der Einsatz moderner Technologie von höchster Relevanz. Hierauf legt man in der Hansa-Druckerei seit jeher ein großes Augenmerk. In der Druckvorstufe verfügt das Unternehmen über modernste Computer to Plate Technologie, die eine optimale Plattenherstellung gewährleistet. Im Drucksaal stehen insgesamt 11 Druckwerke zur Verfügung. Das Maximalformat beträgt hierbei 52 x 72 cm. Sehr stolz ist die Inhaberfamilie auf die umfangreich ausgestattete Druckweiterverarbeitung. Mehrere voll programmierbare Hochleistungsschneidemaschinen, ein Sammelhefter mit Umschlaganleger und Trimmer sowie seit kurzem eine vollautomatische Falzmaschine bilden hier den Maschinenpark.

Bereits seit 2000 vertraut man im Haus auf die Falztechnologie von MB Bäuerle. Über einen Pressebericht wurden die Stelzers damals auf den Schwarzwälder Maschinenbauer aufmerksam. „Wir hatten in der Fachpresse einen Beitrag über das Maschinensystem gelesen und daraufhin einen Vorführtermin in der Hamburger Niederlassung von MB Bäuerle vereinbart. Das Konzept hat uns schnell überzeugt, so dass wir uns für die multimaster CAS 52 entschieden“, erinnert sich die Seniorchefin Christiane Stelzer-Muflizovic. 2015 stand dann eine Ersatzinvestition für die vorhandene Falzmaschine an. Aufgrund der jahrelangen positiven Erfahrungen mit der Maschine sowie die gute Betreuung durch den Service und Vertrieb von MB Bäuerle, wurde das Nachfolgemodell prestigeFOLD NET 52 angeschafft. Das vollautomatische Falzsystem ist mit sechs Falztaschen im ersten Werk und vier Falztaschen im zweiten Werk ausgerüstet. Die Besonderheit besteht in der komplexen Automatisierung. So richten sich alle relevanten Module vom Anleger bis zur Auslage vollautomatisch per Knopfdruck über das zentral angeordnete Touchscreen-Display ein. „Unsere Auflagen bewegen sich in der Regel zwischen 5.000 - 10.000 Exemplaren. Dadurch ergibt sich, dass wir regelmäßig die Maschine umstellen müssen. Aufgrund der Vollautomatik können wir mit dem neuen Maschinensystem die Rüstzeiten erheblich verringern. Auch der Jobspeicher mit seinen 200 Speicherplätzen hilft uns dabei enorm. Manche Aufträge können wir jetzt innerhalb einer Stunde produzieren, für die wir in der Vergangenheit das Vierfache an Zeit benötigt haben“, berichtet Carsten Stelzer von den Erfahrungen mit der neuen Maschine. Zusätzlich ist die prestigeFOLD mit einer Fensterfalztasche für spezielle Falzarten sowie dem Kleinstfalzwerk KF 31 ausgestattet. Mit diesem können auch Kleinfalzungen von 18 mm Falzlänge problemlos realisiert werden. Das mobile und höhenverstellbare Schwertfalzwerk MS 45 ist ideal zum Falzen von Kreuzbrüchen. Es kann mit dem ersten oder zweiten Taschenfalzwerk gekoppelt werden. Die Schwerteinheit ist um 180° drehbar, wodurch ein Falzen von oben oder unten möglich ist. Ergänzt wird die Anlage durch die Stehendbogenauslage SKM 36, mit der die kleingefalzten Endprodukte sicher ausgelegt werden können. „Auch unsere Mitarbeiter sind begeistert von der prestigeFOLD NET 52. Unsere hohen Anforderungen wurden absolut erfüllt. Es ist so geil mit diesem Teil zu arbeiten“, bringt es Carsten Stelzer auf den Punkt.

Nach der Investition ist vor der Investition. Diesmal nicht in der Druckweiterverarbeitung, sondern im Digitaldruck. Hier wird es demnächst auch spannende Weiterentwicklungen geben. Bei Stelzer ruht man sich eben nicht auf der langjährigen Historie aus, sondern hat den Blick in die Zukunft gerichtet.