Di 06.05.08

Recycling-Urteil zu Büropapier


Das Landgericht Berlin hat dem portugiesischen Papierhersteller Portucel mit einem (noch nicht rechtskräftigem) Urteil von Ende April 2008 verboten, sein DIN A4-Büropapier Explorer als "100% recycled" zu bezeichnen.

Portucel verwendet bei der Herstellung dieses Papiers zu 50% Schnittreste, die bei der Produktion von Frischfaserpapier anfallen, also noch nicht im Umlauf waren. Das Gericht schloss sich, so berichtet die Initiative Pro Recyclingpapier in einer Mitteilung, der Auffassung der Klägerin Steinbeis Temming Papier an, dass ein solches Produkt nicht als Recyclingpapier beworben werden könne, da diese Werbung dem für das Recycling charakteristischen Kreislaufgedanken widerspreche. Der Verbraucher erwarte, dass ein Recyclingpapier unter Verwendung von Altpapier hergestellt werde, das zuvor benutzt und im Umlauf gewesen sei. Die Bewerbung des Produkts als "100% recycled" sei deshalb irreführend und stelle eine unlautere Geschäftspraktik dar.