Do 20.04.17

Papierfabrik Hainsberg GmbH beginnt Unternehmenssanierung in Eigenverwaltung


Ungeplant hohe und zeitlich langwierige Investitionen in bauliche Sanierung und Reparaturen sowie der zwischenzeitliche Verlust zweier margenstarker Großaufträge belasteten Liquidität des Unternehmens

Sanierungsexperte Andreas Elsäßer, Schultze & Braun, begleitet Papierfabrik Hainsberg durch den Prozess der finanziellen Neuaufstellung


Sanierungsexperte Andreas Elsäßer, Schultze & Braun, begleitet Papierfabrik Hainsberg durch den Prozess der finanziellen Neuaufstellung

  • Sanierungsexperte Andreas Elsäßer von Schultze & Braun begleitet Geschäftsführung durch den Prozess der finanziellen Neuaufstellung; zum vorläufigen Sachwalter wurde Dr. Nils Freudenberg von Tiefenbacher bestellt
  • Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter
  • Operativ erwirtschaftet die Papierfabrik Gewinne, Gespräche mit mehreren Finanzierungspartnern sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen werden

Die Papierfabrik Hainsberg GmbH will sich in einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung restrukturieren. Einen entsprechenden Antrag stellte das Unternehmen am 12. April 2017 beim Amtsgericht Dresden. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das allen Unternehmen offensteht, die trotz aktueller Zahlungsprobleme begründete Aussichten auf eine nachhaltige Restrukturierung haben. Die Unternehmensspitze bleibt unverändert im Amt und ist voll handlungsfähig. Das Amtsgericht bestellte Rechtsanwalt Dr. Nils Freudenberg von der Kanzlei Tiefenbacher zum vorläufigen Sachwalter. Der Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter.

Die traditionsreiche Papierfabrik wurde 1838 gegründet und erwirtschaftet heute mit Recyclingdruckpapieren der Marke Lettura in den vier Produktgruppen Druckpapiere, Büropapiere, Briefumschlagpapiere und Spezialverpackungspapiere einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro. Ursache der finanziellen Probleme ist eine Baumaßnahme am Papiermaschinengebäude, die während des laufenden Produktionsbetriebes durchgeführt werden musste und die sich als deutlich komplizierter und teurer erwies als ursprünglich geplant. Dies sowie der zwischenzeitliche Verlust zweier margenstarker Großaufträge  hatte die Liquiditätssituation des Unternehmens wesentlich belastet.

„Die Papierfabrik Hainsberg muss und wird sich finanziell neu aufstellen“, erklärt Sanierungsexperte Andreas Elsäßer von Schultze & Braun, der als Sanierungsgeschäftsführer die Geschäftsführung bei der Restrukturierung begleitet und unterstützt. „Wir verhandeln bereits mit mehreren Finanzierungspartnern über Alternativlösungen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese Gespräche in den kommenden Wochen erfolgreich abschließen.“

Operativ erwirtschaftet die Papierfabrik Gewinne und konnte zuletzt einstmals verloren gegangene Großaufträge wieder zurückgewinnen. „Das Unternehmen ist durch die Investitionen der vergangenen Jahre hervorragend aufgestellt und besetzt einen attraktiven Nischenmarkt, in dem es einen hervorragenden Ruf genießt“, betont Elsäßer. „Mit der finanziellen Restrukturierung wird es uns gelingen, das Unternehmen dauerhaft erfolgreich am Markt zu positionieren.“