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Di 05.10.10

„Das ‚alte’ Medium Print kann seine Stärken ausspielen“


150 Teilnehmer aus der Printbranche, darunter viele Drucker und Verleger aus ganz Europa, sind kürzlich zum diesjährigen Myllykoski Summit nach München gekommen.


150 Teilnehmer kamen zum Myllykoski Summit 2010 nach München.

Mit der bereits zum fünften Mal stattfindenden Veranstaltung hat der finnische Druckpapierhersteller ein viel beachtetes Forum für den Dialog zwischen Kunden und Experten etabliert. Deutlich wurde, dass die Branche mit veränderten Strategien auch zukünftig selbstbewusst von „Paper – The King of Media“ sprechen kann, wie auch das Motto des Summit 2010 lautete.
Dies wurde deutlich beim Blick auf die Situation des weltweiten Papiermarktes, der sich nach dem Einbruch 2009 wieder fangen konnte und auf dem Weg ist, den Stand früherer Durchschnittsjahre zu erreichen. Die Erlösseite stellt sich hingegen völlig anders dar. Die Rohstoffpreise haben sich in den letzten Jahren z.T. vervielfacht, der Papierpreis liegt aber auf dem Niveau der 80er Jahre. Hier werde es zu nachhaltigen Anpassungen kommen müssen, hieß es in München.
Die Reihe internationaler Referenten eröffnete Hanna Pihkola vom VTT Technical Research Centre, Finnland, einem der größten Forschungsinstitute in Europa. Sie sprach über die Ökobilanzierung von Druckmedien und widerlegte die landläufige Meinung, Print sei in ökologischer Hinsicht nicht optimal. Ein Beispiel: Die Produktion eines Magazinheftes stößt soviel CO2 aus wie eine Autofahrt von 1,5 Kilometern.
Jacek Utko von Bonnier Business Press Int. demonstrierte in seinem Vortrag „How design can save print media”, dass Printprodukte heute nur nach der Formel Strategie plus Inhalt plus Design erfolgreich sein können. Aber auch, dass letztendlich Businessmodelle entscheidend sind, nicht das Produkt. Für Dr. Adrian Weser von der Bauer Media Group kann das „alte“ Medium Print durchaus seine Stärken auch im digitalen Zeitalter ausspielen – etwa journalistische Qualität, die in Zeiten des Informationsüberflusses eine Orientierung geben kann. Auch erlauben neue technische, crossmediale Möglichkeiten, beide Welten zum Nutzen aller zu verbinden.
Der bekannte Medienexperte Prof. Dr. Jo Groebel vom Deutschen Digitalen Institut zeigte zunächst, wie schwer sich gerade im Medienbereich Prognosen gestalten. Sein Fazit daher: Die Branche sollte so selbstbewusst sein, die Herausforderungen annehmen zu können und zu wollen, um laufend neue Ideen zu entwickeln und konsequent umzusetzen.