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Mo 01.11.10

Erste KBA Rapida 75 E in Deutschland


Anfang Oktober hat bei der Hoffmann-Druck GmbH in Wolgast im äußersten Nordosten Deutschlands die erste Rapida 75 E in Deutschland die Produktion aufgenommen. Die neue, weitgehend automatisierte und gegenüber der Vorgänger-Baureihe auch schnellere Halbformat-Generation von Koenig&Bauer (KBA) feierte erst im Mai 2010 auf der Fachmesse Ipex ihre Weltpremiere.


Hoffmann-Druck ist ein Familienunternehmen in vierter und fünfter Generation. Im Bild (von links) Antje Lange und Sebastian Ruge, Karsten Lange, sowie die Senior-Geschäftsführer Sibille und Hans-Joachim Ruge.

Mit fünf Druckwerken, Bogenwendung nach dem zweiten Farbwerk und Lackturm verfügt die Rapida 75 E über die Ausstattung für eine besonders flexible Inline-Produktion, die
bei Hoffmann-Druck auch erforderlich ist. Das 1839 gegründete und seit 1898 im Besitz der heutigen Inhaberfamilie befindliche Unternehmen ist in einer Region ansässig, in der es kaum grafische Betriebe gibt. Hoffmann-Druck ist entsprechend gut ausgestattet: mit Kleinformat-Druckmaschinen (Ein- und Vierfarben), Schneide-, Falz- und Zusammentragmaschinen, Klebebinder, Geräten zum Stanzen, Bohren, Eckenrunden, Einschweißen und zur Kalenderfertigung sowie einer moderne Druckvorstufe, deren Mitarbeiter auch Design- und Agenturleistungen erbringen. Das Equipment ist in der Regel nicht älter als drei bis vier Jahre. Nur Hardcover-Produktionen, großformatige Stanzungen und Oberflächenveredelungen (Kaschierungen oder UV-Lackierungen) erfolgen bei Partnern in Berlin oder Rostock.
Da zum größten Teil Schön- und Widerdruckaufträge produziert werden, hatte das Unternehmen schon bisher eine Vierfarben-Wendemaschine eingesetzt. Es lag also nahe, wieder eine Halbformatmaschine mit Bogenwendung zu bestellen. Das fünfte Farbwerk erlaubt zusätzlich den Einsatz von Schmuckfarben in einem Bogenlauf. Bisher war dafür ein erneuter Druckgang erforderlich. Da Oberflächenveredelungen ebenfalls immer häufiger angefragt werden, war die Integration eines Lackturmes logisch.
Als „Raumwunder“ machte bei der Investitionsentscheidung angesichts der engen räumlichen Gegebenheiten bei Hoffmann-Druck die Rapida 75E das Rennen. Ihre kompakte Bauweise überzeugte Geschäftsführer Sebastian Ruge und seinen Schwager Karsten Lange, der die kaufmännische Leitung innehat. Daneben waren Automatisierungs-Einrichtungen wie Plattenwechsel (auch halbautomatischer Lackformwechsel), Formatverstellung, Diagonalregister – einfach alles, was die Rüstzeiten verkürzt – die hohe Druckleistung von 15.000 Bogen/h im Schöndruck und im Wendebetrieb sowie die auf 0,8 mm (Option) erweiterte Bedruckstoff-Stärke entscheidend. Bei der Vorgängermaschine war jeder Jobwechsel noch mit viel Handarbeit verbunden. Bei kleinen Plakatauflagen mit 50 oder 100 Exemplaren kommen die kurzen Rüstzeiten der Rapida 75E voll zum Tragen. In Stoßzeiten produziert das 25-Mann-Unternehmen auch schon mal im Dreischichtbetrieb. Druckprodukte für den Tourismus in der Ferienregion Mecklenburg-Vorpommern, für die regionale Wirtschaft, Verlage und einige größere Kunden aus Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfahlen, Berlin und Sachsen bestimmen das Auftragsspektrum. Im März 2011 wird Hoffmann-Druck die nördlichste Station der aktuellen KBA-Roadshow „Route 75“ sein.