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Di 08.03.11

Den Kunden fest im Blick


Knapp ein Jahr ist es her, seit Schneidersöhne in Papyrus umbenannt wurde. Die gestrige Pressekonferenz war auch Anlass, um deutlich zu machen, wo die großen Vorteile des gemeinsamen europaweiten Namens liegen. Mit einem Absatz von 1 839 Tausend Tonnen und einem Umsatz von 1 896 Mio Euro ist Papyrus der zweitgrößte Papier- und Verpackungsgroßhändler in Kontinentaleuropa, daran hat die Region Zentraleuropa – zu der Deutschland und Österreich gehören - einen Anteil von 42%.

Boris Borensztein


Boris Borensztein, Geschäftsführer bei Papyrus Deutschland

In allen 22 Ländern, in denen Papyrus vertreten ist, gibt es seit letztem Jahr einen einheitlichen Unternehmensauftritt und Beschaffungsrichtlinien sowie gemeinsame Unternehmensleitlinien und eine europapaweit verbindliche Umweltstrategie. Mit einem Ergebnis, das deutlich über dem des letzten Jahres liegt, sei man durchaus zufrieden, so Michael Hüter, Senior Vice President Papyrus und Sprecher der Geschäftsführung von Papyrus Deutschland.

Boris Borensztein, Geschäftsführer bei Papyrus Deutschland, ging in seiner Präsentation zunächst auf die Marktentwicklung ein. Der Markt ist 2010 um 4% gewachsen, die gestrichenen Sorten liegen mit 5% noch etwas darüber. Bei den Officepapieren gab es eine Stagnation, nur die Recyclingqualitäten konnten um 5% wachsen. 2010 gab es überdurchschnittlich viele Preiserhöhungen seitens der Industrie, wobei Papyrus durch ein gutes Kostenmanagement, aber auch durch Margenverluste versuchte, den Preisanstieg zu den eigenen Kunden hin zu minimieren. Im Lieferantenportfolio sei man nun sehr gut aufgestellt, nicht nur durch die Ergänzung um UPM in Standardbereich, sondern auch durch viele kleine, aber feine Hersteller wie Gmund, Favini und Schoellershammer.

Darüber hinaus ist man bei Papyrus bestrebt durch eine ständige Anpassung an die Kundenwünsche sowohl was die Produktpalette als auch die Serviceleistungen anbelangt, immer aktuell zu sein und so zum Lieferanten der Wahl zu werden. Als Beispiele nannte Boris Borensztein eine Kooperation mit einem Ausrüster zum Zwecke den chilenischen Maule-Karton in Deutschland anbieten zu können sowie das neue „HRS“ System der Papierbranche „Paper Identity“ und eine spezielle Veranstaltung für Verlage (Faust II) am 15.März in Leipzig. Der Vertrieb wurde komplett umorganisiert, um so den neuen Anforderungen, die die Druckereibranche an den Papiergroßhandel hat, gerecht zu werden.

Michael Hürter ging anschließend auf die neuen Umweltqualitäten im Officebereich ein, besonders zu erwähnen dabei die beiden „Hilf Mit“ Kopierpapiere, die in Zusammenarbeit mit dem WWF entstanden sind, der auch von jeder verkauften Verpackung einen Spendenbetrag erhält. Besonderen Wert legte Michael Hürter auf das neue Regionallagerkonzept von Papyrus. „Logistik ist die größte Kernkompetenz eines Handelsunternehmens neben dem Verkaufen“, so seine durch eine lange Tätigkeit bei verschiedenen Handelsunternehmen bestätigte Erkenntnis. Das  neue Regionallager Nord in Langenhagen biete eine Lagerkapazität von 18.000 Palettenstellplätzen und damit eine Verdopplung des Lager haltenden Sortiments. Papyrus ist nun in der Lage, ein verbreitertes logistisches Serviceportfolio anzubieten und auch Kundenwünschen zu entsprechen, die gerne ihre Fertigprodukte einlagern würden.

Robert Matzke, ebenfalls Geschäftsführer bei Papyrus, stellte fest, dass die makroökonomischen Rahmenbedingungen in der Branche „insgesamt gut sind.“ Die Kurzarbeit sei deutlich rückläufig und auch die Druckmaschinenhersteller könnten sich über eine bessere Auftragslage freuen. Bei Papyrus war der Umsatz 2010 (793 Mio €)  besser als 2009 (782 Mio €), aber noch nicht auf Vorkrisenniveau – ähnliches gelte für den Absatz, wobei hier eine gewisse Streckenlastigkeit geblieben sei (65%). „Im stagnierenden Officepapiermarkt konnten wir unsere Marktposition ausbauen, im grafischen Bereich war es etwas schwieriger“, fasst Robert Matzke die Entwicklung zusammen.