Fr 23.10.09

Drupa 2008: "Grünes" CTP und Workflows "aus einem Guss"


Vier weitere Drupa-Aussteller stellten der Fachpresse ihre Neuheiten für CTP und Produktions-Workflows vor.

Heidelbergs Suprasetter kommen in den Großformaten mit einem eigenen neuen Design.


Heidelbergs Suprasetter kommen in den Großformaten mit einem eigenen neuen Design.

In unserem ersten Drupa-Vorbericht (P&P 4/08, S. 18) berichteten wir über CTP-Rekorder, -Druckplatten und -Workflows von Fujifilm, Kodak, Presstek und Screen, denen nun noch die Exponate von Agfa, Esko-Artwork, Heidelberg und Punch folgen. Die Heidelberger, im Januar auf der Düsseldorfer Medienkonferenz noch zurückhaltend, ließen auf einer Pre-Drupa-Pressekonferenz in Wiesloch-Walldorf "die Katze aus dem Sack", die anderen drei luden zu einer Belgien-Tour ein. Agfa: Thermo- und Violett-CTP Agfa Graphics, im Vorstufenbereich mit einem sehr breiten Produktprogramm, möchte hier komplette Lösungen bieten, und zwar auf drei Gebieten: Workflow, Druckplattenherstellung und Support. Beginnen wir mit dem zweiten: neuen Druckplatten und CTP-Rekordern. Von der chemielosen Thermoplatte Azura, die auf der letzten Drupa vorgestellt wurde und mittlerweile bei über 2000 Kunden im Einsatz ist, erscheint eine neue Version mit deutlicher Durchsatzsteigerung, verbessertem Auswaschsystem und höherem Kontrast: die Azura TS. Sie nutzt wie bisher die Thermofuse-Technologie und kombiniert das auf einer Gummierung basierende Auswaschen mit einer empfindlicheren Emulsion. Der Energieaufwand für die Bebilderung reduziert sich von 350 mJ/cm2 auf 190 mJ/qcm, sodass ein Acento S statt elf nun 17 Platten pro Stunde bebildert. Beim Violett-CTP sieht sich Agfa mit der Fotopolymerplatte N 91V und der Silberplatte Lithostar weltweit als Marktführer. Für die chemielose Verarbeitung in Belichtern mit Violett-Laserdioden bringt Agfa eine Azura V heraus, und die N 91V wird durch die Polymerplatte Aspire nach oben hin ergänzt. Die Aspire soll nach dem Einbrennen höhere Auflagen ermöglichen: mehr als 700.000 (gegenüber mehr als 500.000 bei der N 91V). Die Plattenbelichter wird Agfa künftig nicht mehr selbst produzieren, sondern von OEM-Partnern bauen lassen; aber auch bisher entstanden einige Modelle bei Strobbe (Polaris) oder Screen (Acento). Ralph Hilsdon, Marketingmanager für CTP-Systeme: "Mit der neuen Avalon-N-Serie setzen wir den Erfolg unserer Avalon-Systeme fort." Die Avalon N sind Thermorekorder für das Acht-Seiten-Format sowie für verschiedene VLF-Formate mit unterschiedlichen Durchsatzleistungen. Die Acht-Seiten-Modelle verarbeiten Druckplatten bis 116 x 94 cm und bieten einen Stundendurchsatz von acht bis 50 Druckplatten. Sie verwenden ein Belichtungssystem der neuesten Generation mit 1024 Laserstrahlen, das auf der GLV-Technologie (Grating Light Valve) basiert. Die VLF-Modelle werden zunächst in drei Varianten - Avalon N16, N24 und N36 - angeboten. Ihre Plattenformate reichen von 147 x 115,4 cm beim N16 über 175 x 140 cm beim N24 bis 210 x 160 cm beim N36. Alle neuen Modelle unterstützen ein internes Registerstanzsystem und werden als manuelle Systeme oder mit vollautomatischem Einlegen der Druckplatten mit einer oder mehreren Druckplattenkassetten angeboten. Alle neuen Modelle verfügen über eine automatische Zwischenblattentfernung. Sie sind kompatibel mit dem Apogee-Workflowsystem, den digitalen Thermodruckplatten und den entsprechenden Entwicklungsmaschinen von Agfa Graphics - einschließlich der chemielosen Druckplatte Azura, der entwicklungsfreien Druckplatte Amigo und der Platte Energy Elite für hohe Druckauflagen ohne Einbrennen. Mit dem N40 und dem N48 sollen im Laufe des Jahres noch weitere Avalon-N-Modelle für die neuen 80- und 96-Seiten-Rollendruckmaschinen auf den Markt kommen. Esko-Artwork: CDI für Flexodruck Esko-Artwork offeriert integrierte Lösungen für alle drei Bereiche der Verpackungs- und Drucklieferkette: Design, Herstellung und Verwaltung. Für die digitale Druckplattenerstellung werden Flexodrucklösungen präsentiert, zusammen mit Cyrel von Dupont auf deren benachbartem Stand. Cyrel Digital Imager (CDI) Spark 4260 Auto, das neue Mitglied der Produktfamilie digitaler Flexoplattenbelichter, ist mit einer vollautomatischen Lade-, Bebilderungs- und Entnahmefunktion für die Platten ausgestattet. Er kann drei digitale Flexoplatten in voller Größe gleichzeitig verarbeiten. Sein Optics-80-Fiberlaser mit mehrstrahliger Optik biete höchste Durchsatzraten und Flexibilität bei einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 8 qm pro Stunde und variabler Bebilderungsauflösung. Der CDI 4260 Auto belichtet eine Platte im maximalen Format 106,7 x 152,4 cm und in beliebiger Stärke in nur zwölf Minuten. Auf der Drupa 2008 eingeführt wird auch der CDI Advance Cantilever, der speziell für die Bebilderung von Großformatsleeves und die optionale Bebilderung großformatiger Flexodruckplatten entwickelt wurde. Er ist auf Hersteller flexibler Verpackungen, Reprobetriebe und Weiterverarbeiter mit hohen Auflagen ausgerichtet. Verglichen mit dem Vorgänger CDI Advance 5080, bietet der CDI Advance Cantilever einen höheren Durchsatz, da das Abnehmen der Spindeln und der Offlinewechsel von Drucksleeves entfallen. Während sich der derzeit erhältliche kleinere CDI Compact Cantilever an den Rollendruck mit mittleren Formaten wendet, eignet sich der neue CDI Advance Cantilever für die Produktion flexibler Verpackungen auf Großformatrollen. Heidelberg: Thermo-CTP für Großformate Heidelberger Druckmaschinen setzen mit "HEI Value und HEI Performance" weiterhin aufs Thermo-CTP. Bisher für Bogenbreiten von 52, 74 und 105 cm verfügbar, erfahren die Suprasetter eine Erweiterung um drei Modelle bis zum Großformat 190 cm: Suprasetter 145, 162 und 190. Die Rekorder haben Durchsatzgeschwindigkeiten von bis zu 35 Platten pro Stunde bei einer Auflösung von 2.540 oder 2.400 dpi. Mit den sechs Kassetten der Plattenladeeinheit lassen sich bis zu 600 Platten in sechs verschiedenen Formaten vollautomatisch laden. Dies ermöglicht die flexible Verarbeitung diverser Plattenformate ohne Benutzereingriff. Damit lasse sich die Produktivität der großformatigen Druckmaschinen voll ausschöpfen. Zielgruppe dieser Vorstufen-Lösung sind besonders Verpackungs-, Industrie- und Rollendrucker. "Die thermale Lasertechnologie der Suprasetter hat sich seit Einführung der Modellreihe im Jahr 2004 bestens bewährt und wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Sie steht für sichere, stabile Prozesse und hohe Belichtungsqualität. Mit der kommenden Drupa steht diese Technologie auch unseren Kunden im Großformat mit den bekannten Funktionen in Topqualität zur Verfügung", so Dr. Jürgen Rautert, Vorstand Produkte und Technik bei Heidelberg. Aber auch bei den kleineren Suprasettern ändert sich was: Die Modelle A 52 und A 75 (bisher A 74) bringen mit neuen Lasermodulen 33 Prozent mehr Leistung. Punch Graphix: CTCP für vier oder acht Seiten Vorgestellt wird eine neue Belichtergeneration Basysprint UV-Setter 400 (maximales Plattenformat 83 x 68 cm) und 800 (115 x 94 cm) für UV-Belichtung. "Wir reagieren damit auf die wachsende Nachfrage im Markt nach CTCP-Plattenbelichtern." Dank ihres modularen Aufbaus versprechen die neuen UV-Setter Flexibilität in allen Automationsstufen im Vier- und Acht-Seiten-Bereich. Die Automatisierungslösungen nutzen die langjährige Erfahrung von Punch Graphix in der Zeitungsproduktion. Resultat sei ein effizienteres Plattenhandling und somit eine Verbesserung der Produktivität. Es stehen manuelle Modelle zur Verfügung, sowie optional halbautomatische Systeme mit einem automatischen Plattentransport zum Prozessor. In der Vollautomation wird die Version SCA (Single Cassette Automation) angeboten. Dieser UV-Setter hält bis zu 100 Platten eines Formats in der Kassette vor. Weitere Plattenformate können mit einem zusätzlichen Trolley bereitgestellt werden. Die Version SCA lässt sich kostengünstig und schnell mit der Multikassette aufrüsten. Der Vollautomat MCA (Multi Cassette Automation) nimmt bis zu fünf verschiedene Plattenformate mit insgesamt 500 Platten auf und stellt sie zur Belichtung bereit. Die Varianten SCA und MCA verfügen über eine vollautomatische Papierentfernung und optional über eine automatische Stanzung. Aufgrund des Flachbetts ermöglichen die UV-Setter in allen Ausbaustufen die Belichtung unterschiedlicher Plattengrößen. Durch die Ein-Bit-Tiff-Schnittstelle hat der Kunde die Wahl zwischen einer Integration seines UV-Setters in das bestehende Workflowsystem oder einer maßgeschneiderten Gesamtlösung, die speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. (Mehr in Print 5/2008)