Fr 23.10.09

Öko-Bürokratie oder Marktchance?


Die Klimadebatte zieht ihre Kreise. Der Papierkonzern M-real hat dies zum Anlass genommen auf zwei Veranstaltungen im April über seine Umweltschutzbemühungen und die Vor- und Nachteile der Papierzertifizierung für Druckereien zu informieren.

Nachhaltigkeit: die Umweltschutzanforderungen an die Druckereien steigen.


Nachhaltigkeit: die Umweltschutzanforderungen an die Druckereien steigen.

Die Druckindustrie als einer der großen Verbraucher von Holz bzw. Papier sieht sich derzeit bei vielen Gelegenheiten mit dem Begriff der Nachhaltigkeit konfrontiert. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Aus der Not der Waldvernichtung zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte sich vor fast 200 Jahren erstmals der Begriff Nachhaltigkeit. Er bezeichnet die Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei welchem immer nur so viel Holz entnommen wird wie nachwachsen kann. Die Waldzertifizierung ist eine Methode, mit der Waldbesitzer, Forstindustrie und die übrigen Mitglieder der Produktionskette (Chain-of-custody) für Holzprodukte den Verbrauchern einen Nachweis liefern können, dass der für ein Holzprodukt verwendete Rohstoff aus einem ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltig bewirtschafteten Wald stammt. Weltweit gibt es Dutzende regionale bzw. nationale Waldzertifizierungssysteme. Während die deutsche Forstwirtschaft sich selbst gern als Musterknabe in Punkto Nachhaltigkeit betrachtet, konstatieren Kritiker im konventionellen deutschen Waldbau nach wie vor erhebliche ökologische Mängel und fordern eine naturgemäße Bewirtschaftung. Nicht zuletzt diese Debatte hat dazu geführt, dass in Deutschland zwei konkurrierende Waldzertifizierungssysteme miteinander wetteifern - das von den Waldbesitzern initiierte Zertifizierungssystem "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes" (PEFC) und das von den Umweltverbänden unterstützte Siegel des Forest Stewardship Councils (FSC). (Mehr in Print 5/2007)