Fr 23.10.09

Scheufelen: Zulieferer von Erlebniswelten


Als einzige unabhängige Papierfabrik Deutschlands spielt Scheufelen im Orchester der zehn größten Firmengruppen Westeuropas mit WFC-Herstellkapazität.

Das Rohpapier auf den Tambouren liegt bereit für die Veredelung durch den Streichprozess.


Das Rohpapier auf den Tambouren liegt bereit für die Veredelung durch den Streichprozess.

Europaweit ist das Unternehmen, in dem bereits die fünfte Generation der Familie wirkt, Marktführer von gestrichenen Premiumpapieren. Premiumpapiere herzustellen ist die Kernkompetenz des 1855 gegründeten deutschen Familienbetriebes im württembergischen Lenningen. Innovation hat dort Tradition: Die Entwicklung und Fertigung der Papierkategorie "Originalgestrichen Kunstdruckpapier" ist eine Errungenschaft der Papierfabrik Scheufelen im ausklingenden 19. Jahrhundert. Heute sind es ausschließlich holzfrei gestrichene Qualitäten, international als "woodfree coated" (WFC) bezeichnet. Während vor 20 Jahren noch 30 westeuropäische Papierhersteller eine WFC-Gesamtkapazität von 3,6 Mio. Jato (Jahrestonnen) hatten, so beträgt sie heute etwa 10,8 Mio. Jato. Aber sie wird nicht mehr von 30, sondern hauptsächlich von zehn Herstellern erbracht. Manche bekannte Firmen von einst sind im Laufe von zwei Jahrzehnten entweder völlig von der Bildfläche verschwunden oder in eine Konzerngruppe integriert worden. Die neuen Gruppennamen lassen nicht immer Rückschlüsse auf frühere Besitzverhältnisse zu. Ganz anders bei Scheufelen. Das Unternehmen in Familienbesitz hat allem Anschein nach seine Hausaufgaben gemacht, und zwar sozusagen unabhängig vom Segen und Fluch der Börse. (Mehr in Print 5/2007)