»Zeitgemäße Regelungen sollen langfristig Arbeitsplätze sichern – was muss rein in den neuen Manteltarifvertrag?«



Sönke Boyens, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses des bvdm


Sönke Boyens, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses des bvdm

Sönke Boyens, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses des bvdm:

Der Manteltarifvertrag der Druckindustrie engt die Betriebe so stark ein, dass ihre Zukunftsfähigkeit gefährdet ist und mit ihr die dortigen Arbeitsplätze. Oberstes Ziel des Bundesverbandes Druck und Medien in den anstehenden Verhandlungen mit ver.di über einen neuen MTV ist daher, dass auch tarifgebundene Betriebe fit für den Wettbewerb sind.

Das gelingt jedoch nur, wenn der Tarifvertrag der Realität, das heißt aktuellen Geschäftsfeldern, Produktionsmethoden, Vorstellungen der Arbeitnehmer von ihren Arbeitsbedingungen sowie Kundenanforderungen gerecht wird und auch dem Wettbewerbsdruck aus dem Ausland stand hält. Tut er dies nicht, ziehen sich die Betriebe aus der Tarifbindung zurück. Diesen Trend sehen wir seit Jahren. Die betriebliche Realität hat sich inzwischen weit vom Tarifvertrag entfernt. Die 35-Stunden-Woche gilt in weiten Teilen der Branche längst nicht mehr, Zuschläge und Sonderzahlungen werden oft nicht mehr voll gezahlt, Maschinen werden abweichend von den veralteten tariflichen Regelungen besetzt.

Wir wollen den MTV näher an die Realität heranbringen und so Unternehmen in der Tarifbindung halten. Denn genau das schafft faire, transparente, wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen. Ein Tarifvertrag, der von niemandem mehr angewendet wird, nutzt schließlich weder Arbeitgebern noch Arbeitnehmern.