Mo 13.09.10

Heidelberg beschließt Kapitalerhöhung


Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft zu erhöhen.

Die Erhöhung erfolgt von 199.791.191,04 Euro um 397.534.382,08 Euro auf 597.325.573,12 Euro durch Ausgabe von 155.286.868 neuen, auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,56 Euro je Stückaktie. Die Commerzbank Aktiengesellschaft und die Deutsche Bank Aktiengesellschaft als Globale Koordinatoren sowie BNP Paribas, HSBC Trinkaus & Burkhardt, LBBW und WestLB haben sich verpflichtet, die neuen Aktien zu zeichnen und zu übernehmen sowie sie den Aktionären im Rahmen eines mittelbaren Bezugsrechts zum Bezug anzubieten.
Der Vorstand hat den Bezugspreis, das Bezugsverhältnis und die Bezugsfrist festgesetzt. Der Bezugspreis beträgt 2,70 Euro. Die neuen Aktien werden den Aktionären im Verhältnis 1:2 zum Bezug angeboten, das heißt eine alte Aktie berechtigt zum Bezug von zwei neuen Aktien. Die Bezugsfrist wird vom 14. September 2010 bis zum 27. September 2010 (jeweils einschließlich) laufen. Der Bezugsrechtshandel ist in der Zeit vom 14. September 2010 bis 23. September 2010 vorgesehen.
„Mit dieser Kapitalerhöhung stärken wir langfristig die Finanzierungsstruktur des Heidelberg Konzerns“, sagte Dirk Kaliebe, Finanzvorstand des Unternehmens. „Wir haben unsere Kostenstruktur flexibler gestaltet und unsere Wettbewerbsposition weiter gestärkt. Seit einigen Quartalen sehen wir auch wieder eine Stabilisierung bei den Auftragseingängen. Die Kapitalerhöhung verhilft uns jetzt zu einer Finanzierungsstruktur, die dem Heidelberg Konzern profitables Wachstum ermöglicht.“
Die neuen Aktien werden zum regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) zugelassen. Es ist vorgesehen, dass die neuen Aktien am 28. September 2010 in die bestehende Notierung für die Aktien der Gesellschaft einbezogen werden.
Der Vorstandsvorsitzende Bernhard Schreier erklärte: „Die Kapitalerhöhung ist ein wichtiger Schritt, um Heidelberg wieder auf den Pfad der nachhaltigen Profitabilität zurückzuführen. Wir haben in den vergangenen Monaten Chancen identifiziert und Strategien entwickelt, um das Wachstum von Heidelberg nachhaltig zu sichern. Durch unsere organisatorische und strategische Neuaufstellung werden wir weiterhin von der konjunkturellen Erholung profitieren. Mittelfristig wird zudem das erwartete Wachstum in den für uns strategisch wichtigen Bereichen Verpackungsdruck, Dienstleistungen, Verbrauchsmaterialien und Schwellenländer den Erfolg von Heidelberg zusätzlich unterstützen.“
Die Aktionäre von Heidelberg hatten auf der ordentlichen Hauptversammlung am 29. Juli 2010 der Kapitalerhöhung mit rund 97 Prozent zugestimmt. Heidelberg beabsichtigt, den Nettoemissionserlös aus dem Angebot dieser neuen Aktien vollständig zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten aus dem Paket zur Restrukturierung der Finanzierung des Konzerns im Sommer 2009 und zur Stärkung der Eigenkapitalbasis Heidelbergs zu verwenden. Damit geht Heidelberg frühzeitig die Refinanzierung der im Sommer 2012 fällig werdenden Kreditlinien an, um die langfristige Finanzierung des Unternehmens sicherzustellen. Ferner strebt das Unternehmen mittelfristig eine Kapitalstruktur an, die aus Kapitalmarktsicht die Anforderungen einer Investment-Grade-Rating-Einstufung erfüllt.
Der Heidelberg-Großaktionär Allianz SE hat sich gegenüber Heidelberg und den globalen Koordinatoren unter bestimmten Vorbehalten unwiderruflich verpflichtet, die im Rahmen der Kapitalerhöhung auf die von ihren Konzerngesellschaften gehaltenen Beteiligungen entfallenden neuen Aktien vollständig zu beziehen.
Die RWE AG, als weiterer Großaktionär, hat zum Zweck der Teilnahme an der Kapitalerhöhung Aktien aus ihrem Anteilsbesitz über die Börse veräußert und beabsichtigt, vor Beginn der Bezugsfrist außerbörslich über eine von ihr beauftragte Bank weitere Aktien aus ihrem Bestand in einem Umfang zu veräußern, der es ihr ermöglicht, mit dem insgesamt erzielten Veräußerungserlös aus dem Verkauf alter Aktien (ohne weiteren Einsatz eigener Mittel) ihre Bezugsrechte für den Erwerb der danach auf sie entfallenden neuen Aktien auszuüben.