Mo 18.07.11

Kein Aufschwung in der Druckbranche


Die deutsche Druckindustrie konnte auch im Jahr 2010 nicht von der guten Entwicklung der Gesamtwirtschaft profitieren, ließ der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) anlässlich seiner Jahrespressekonferenz verlauten.


Die konjunkturelle Entwicklung der deutschen Druckindustrie von 2009 bis 2011.

Demnach musste sich die Druckindustrie mit einem Umsatzrückgang von 2,5 Prozent zufriedengeben, während das verarbeitende Gewerbe sogar um 14,5 Prozent zulegte. Im Vorjahr erwirtschafteten die rund 10.000 Unternehmen der Branche einen Umsatz von rund 20,3 Milliarden Euro. Die Kapazitätsauslastung stieg im Jahresdurchschnitt auf 81,8 Prozent, 3,3 Prozentpunkte mehr als 2009. Seit Anfang 2011 hat sich die Lage der Druckindustrie leicht verbessert. So stiegen die Umsätze der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten – ausgehend von dem sehr niedrigen Niveau des Vorjahres – bis April 2011 um 4,6 Prozent.

Die ersten Einschätzungen für das 1. Halbjahr deuten jedoch wieder auf rückläufige Zahlen hin, so dass der Spitzenverband der deutschen Druckindustrie für 2011 insgesamt eine Umsatzstagnation erwartet. Vor allem den kleinen mittelständischen Druckunternehmen macht der Strukturwandel mit dem starken Boom der elektronischen Medien zu schaffen. Deutlich werde dies – so der bvdm – bei der Betrachtung der langfristigen Branchenentwicklung. Gegenüber dem Jahr 2000 ist die Zahl der Betriebe um 27,8 Prozent, die der Beschäftigten um 28,8% gesunken. Damit sind der Branche in den vergangenen zehn Jahren 3.879 Betriebe und 64.140 Beschäftigte verloren gegangen. In der deutschen Druckindustrie arbeiten rund 158.751 Mitarbeiter, das sind 4,3 Prozent weniger als im Jahr 2009 (165.903). Die Ertragslage wurde durch steigende Kosten in 2010 bei Papier (bei Verpackungspapieren bis zu 36 Prozent), Druckfarben (+1,3 Prozent) und Druckmaschinen (+1,6%) erheblich belastet. Alarmierend sind für den Verband auch die hohen Energiepreise (+4,3%). Im Vergleich zu 2005 weisen diese eine außerordentliche Wachstumsrate von 22,6 Prozent auf. www.bvdm-online.de