Fr 11.01.13

KBA realisiert weiteren Baustein zur Sanierung des Kerngeschäfts


Die Lage am internationalen Druckmaschinenmarkt bleibt durch die wachsende Bedeutung der Online-Medien und regionale Konjunkturprobleme weiter angespannt, heißt es in einer Pressemeldung von KBA. Wachsenden Teilmärkten wie dem Verpackungs- und Digitaldruck stünden deutlich geschrumpfte Segmente wie der Publikations- und Zeitungsdruck gegenüber.


Flexibilität ist gefragt: Komplettbearbeitung eines Seitengestells für eine große Rotationsanlage im KBA-Stammwerk Würzburg

Der Strukturwandel in der Druckbranche hält seit Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 an. Der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer AG (KBA) hat schon früh im Jahr 2009 auf diese Entwicklung reagiert, die  Arbeitsteilung zwischen seinen Werken neu strukturiert und die Kapazitäten in den besonders betroffenen Kernbereichen Bogen- und Rollenoffsetdruck inzwischen um etwa 25 % reduziert. Die Zahl der Konzernbeschäftigten ist nach Unternehmensangaben von gut 8.200 Mitarbeitern in 2007 auf ca. 6.300 zurückgegangen und wird durch Altersteilzeit und andere Maßnahmen weiter auf unter 6.000 sinken. Dank der rechtzeitig begonnenen Neuausrichtung und der starken Position in stabilen Nischenmärkten wie dem Blech-, Kennzeichnungs- und Sicherheitsdruck erzielt die KBA-Gruppe schon seit 2009 wieder positive Vorsteuerergebnisse.

Zur besseren Abfederung von Auslastungsschwankungen und zur Verbesserung der Ertragskraft im Kerngeschäft mit Bogen- und Rollendruckmaschinen hat KBA mit Wirkung zum 1. Januar 2013 für die beiden Hauptstandorte Würzburg und Radebeul mit den jeweiligen betrieblichen Tarifkommissionen und der IG Metall tarifliche Sonderregelungen vereinbart. Diese Ergänzungstarifverträge sind bis Ende 2014 befristet und beinhalten u. a. die Entnahme von Stunden aus den Gleitzeitkonten ohne Entgeltausgleich sowie eine Anpassung der wöchentlichen Arbeitszeit (je nach Arbeitsvertrag) mit entsprechender Lohn- und Gehaltsanpassung. In Abhängigkeit von der Auftragslage und betrieblichen Auslastung kann die tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit um mehrere Stunden nach oben und unten variieren.

Der KBA-Vorstand erwartet von den mit der Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsseite nach intensiven Gesprächen vereinbarten Regelungen neben einer signifikanten Kostenentlastung mehr Spielraum bei saisonalen oder regionalen Nachfrageschwankungen. Im konstruktiven Beitrag der Belegschaft sieht er einen weiteren wichtigen Mosaikstein zur Ertragsstabilisierung im traditionellen Geschäft mit Bogen- und Rollendruckanlagen. Im Gegenzug sind für die unter die Sonderregelung fallenden tariflichen Arbeitnehmer in Würzburg bzw. die tariflichen Arbeitnehmer in unbefristetem Beschäftigungsverhältnis in Radebeul betriebsbedingte Kündigungen bis zum 30. Juni 2015 ausgeschlossen. Der Vorstand und die außertariflichen Fach- und Führungskräfte werden sich wertgleich an den Einsparungen beteiligen.