Di 02.07.13

Müller Martini vor nachhaltiger Unternehmensreform


Die Müller Martini Gruppe leidet unter dem schwierigen Umfeld und dem anhaltenden Strukturwandel der grafischen Industrie. Obschon Müller Martini seine führende Marktposition halten konnte, ist der Umsatz in den letzten vier Jahren massiv eingebrochen. Müller Martini prüft deshalb in den kommenden Monaten eine grundlegende Restrukturierung.

Ziel der Unternehmensreform ist es, im weltweit geschrumpften Markt der grafischen Branche mit innovativen Produkten für den Druck und die Druckweiterverarbeitung sowie mit einem qualitativ hochstehenden Service für die Kunden die Marktführerschaft weiterhin zu behaupten und das Unternehmen nachhaltig auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen. Um auch weiterhin Investitionen in zukunftsorientierte Produktentwicklungen tätigen zu können, muss Müller Martini die Grösse des Unternehmens an den redimensionierten Markt anpassen.

Bekenntnis zur Branche im geschrumpften Markt

Hintergrund für die permanent schwierige Situation ist der fundamentale Wandel der grafischen Industrie. Die daraus entstandene Konsolidierung unter den Druckereien hat die Kundenbasis deutlich verkleinert. Viele bestehende und potenzielle Kunden halten Investitionen zurück – oder sie werden mangels Krediten an Investitionen in neue Maschinen gehindert. Der Preis- und Margendruck ist gross, zudem belastet der starke Frankenkurs die Gewinnmarge.

«Um stark überleben zu können, kommen wir nicht darum herum, in kleineren Dimensionen zu operieren», sagt Müller Martini-CEO Bruno Müller und fügt hinzu: «Wir werden aber alles dran setzen, mit einer Bündelung der Kräfte  die umfassende Beratung unserer Kunden bei Neuinvestitionen und vor allem auch im Servicebereich weiterhin zu vertiefen. Unsere im vergangenen Jahr eingeleitete Regionalisierung des Vertriebs- und Servicenetzes bietet uns hier eine gute Ausgangslage».

Lösungssuche eingeleitet Im Fokus der Lösungssuche der kommenden Wochen stehen alle Fertigungsstandorte und Bereiche der Gruppe im In- und Ausland, wobei unter anderem eine Konsolidierung der beiden ungenügend ausgelasteten Hauptstandorte Zofingen und Felben vertieft geprüft wird. Insgesamt könnten von der Restrukturierung weltweit bis zu 550 Arbeitsplätze betroffen sein.  Eine Entscheidung wird in den nächsten Monaten erwartet.