Mi 27.07.16

Canon: Mit Digitaldruck zu neuem Wachstum


Die Produktion von wissenschaftlichen Fachzeitschriften brachte für die Ettenheimer Druckerei Franz X. Stückle denEinstieg in den Digitaldruck. Das zuvor als reine Offsetdruckerei aufgestellte Unternehmen konnte sich seither neue Umsätze in einem von Preisdruck und Stagnation bestimmten Marktumfeldsichern. Zwei Digitaldrucksysteme der Reihe Océ VarioPrint 6000 Ultra sind die Basis des Erfolgs. Die Druckerei steht an der Schwelle zu noch mehr Wachstum und setzt mit dem Inkjet-Einzelblattsystem Océ VarioPrint i300 den Grundstein für eine weitere Differenzierung der Produktpalette und den Ausbau des vollfarbigen Drucks.

Herausforderung

Als vollstufige Druckerei war das  Familienunternehmen Franz X. Stückle Druck und Verlag bereits in der dritten Generation vor allem in der Buchproduktion aktiv. Der Offsetdruck war bis zum Jahr 2011 das einzige Standbein der Produktion. „Wir haben mit dem Einstieg in den Digitaldruck sehr lange gewartet, obwohl wir bereits die Konsequenzen aus dem stagnierenden Geschäft mit dem Offsetdruck zu spüren bekommen hatten“, sagt Geschäftsführer Jan Stückle rückblickend.

Vor allem die Druckqualität tonerbasierter Systeme war es, die Jan Stückle lange Zeit nicht vollständig überzeugen konnte. Im Jahr 2011 nahm das Unternehmen dann an einer Ausschreibung des renommierten Berliner De Gruyter Verlags teil, der seine Journalproduktion aus Kostengründen vom Offset- auf den Digitaldruck umstellen wollte. „Die Ausschreibung umfasste die Produktion wissenschaftlicher Fachtitel in relativ großer Vielfalt, aber in vergleichsweise geringer Auflagenhöhe, die zudem Farbseiten enthalten sollten, und das zu möglichst wirtschaftlichen Preisen“, schildert Verkaufsleiter Manfred Stolz die seinerzeitige neue Ausgangssituation: Diese Ausschreibung konnte Stückle für sich entscheiden. „Das war für uns die Initialzündung.“ Für beide Seiten war klar, dass dies nur mit Digitaldrucksystemen zu leisten wäre. „Da die Produktion bereits im Januar 2012 starten sollte, mussten wir binnen kurzer Zeit den Markt sondieren und die passenden Systeme finden“, sagt Jan Stückle. Der Anforderungskatalog des Verlags sah eine offsetähnliche Qualität des Drucks vor, dazu eine maximal hohe Registerhaltigkeit, die Möglichkeit des Farbseiteneinschusses, um die Titel optisch attraktiver zu gestalten, und Flexibilität bei der Papierauswahl.

Lösung

Die Entscheidung, neben der Offsetproduktion ein zweites Standbein aufzubauen, bedeutete für Stückle Druck durchaus ein Wagnis, zumal die Zeit drängte. „Da wir neu in den Digitaldruck einsteigen wollten, mussten wir zunächst einen Workflow für den Digitaldruck integrieren, da wir ja damit keine Falzbögen wie im Offsetdruck verarbeiten, sondern ganze Blöcke als Einzelblatt“, so Manfred Stolz. Nach der Sondierung des Marktes fiel die Entscheidung auf das monochrome Digitaldrucksystem Océ VarioPrint 6160 Ultra von Canon. „Die Océ Gemini-Technologie, bei der der Druckbogen in einem Durchgang und ohne Wendung auf beiden Seiten einfarbig schwarz bedruckt wird, hat uns nach den ersten Probeläufen direkt überzeugt, ebenso der matte Tonerauftrag“, sagt Manfred Stolz. „Hinzu kam, dass uns Canon in den Gesprä- chen von Anfang klar vermittelt hat, dass wir uns auf den Service und auf eine echte Partnerschaft verlassen können, und nicht nur in eine Hardwarelösung investieren“, macht Jan Stückle klar. Für ihn war damit ein  Vertrauensbasis geschaffen. Gemeinsam mit Canon wurde dann eine Lösung für das Farbmanagement sowie für die Druckdatenaufbereitung implementiert. Die neuen Prozesse wurden in die Abläufe der vollstufigen Druckerei integriert, so dass vorhandene Kapazitäten der Weiterverarbeitung genutzt werden konnten. „Dank der Kompetenz von Canon und der sehr guten Beratungsleistung haben wir alle diese Punkte schnell abgearbeitet und konnten die Produktion für den De Gruyter Verlag wie geplant im Januar 2012 aufnehmen“, so Manfred Stolz. Bereits ein Jahr später wurde zur Unterstützung der Produktion ein weiteres System vom Typ Océ VarioPrint 6250 Ultra angeschafft.

Nutzen

Rund 20 Prozent des Umsatzes erzielt die Ettenheimer Druckerei mit der Produktion wissenschaftlicher Journale für den De Gruyter Verlag. „Wir haben den Weg in den Digitaldruck gemeinsam mit unserem Kunden beschritten, und das war klar die richtige Entscheidung“, sagt Inhaber Jan Stückle. Seither wächst die Zahl der Titel beständig. Waren es 2012 noch 150 Journaltitel, so ist deren Zahl auf über 300 gestiegen, Tendenz weiter steigend. Ebenso wächst der Anteil farbig gedruckter Seiten konstant. „Wir konnten gemeinsam mit Stückle Druck unser Angebot weiter ausbauen und spezialisieren und haben die Kosten zuverlässig im Griff“, so Alexander Faust, Director Production beim De Gruyter Verlag. Mit Océ PRISMAprepare 6.1. verfügt Stückle Druck zudem über eine leistungsstarke Bearbeitungsplattform, über die der komplexe Workflow organisiert wird. „Die Hintergrundorganisation der Prozesse ist für uns von zentraler Bedeutung, denn der Verlag hat die Druckdaten für alle Journalreihen bei uns hinterlegt, sodass wir bei Nachbestellungen direkt reagieren können“, sagt Jan Stückle. Vor allem die meist geringe Auflagenhöhe lässt sich damit bewältigen. Rund 16.000 Hefte, verteilt auf 80 bis 120 Einzelaufträge, werden bei Stückle Druck und Verlag auf diese Weise auf den beiden VarioPrint Systemen monatlich produziert, meist im Zweischichtbetrieb. „Die Systeme von Canon laufen absolut zuverlässig,die Qualität ist nahe am Offsetdruck, und wir können unterschiedliche Papiere verarbeiten“, so das Fazit von Jan Stückle. Damit ist die Basis für Wachstum gelegt. „Ein weiterer Ausbau des Digitaldrucks ist für den Fortbestand des Unternehmens essenziell. In Inkjet sehen wir eine große Chance für weiteres Wachstum. Daher haben wir uns auf der drupa 2016 für eine Océ VarioPrint i300 entschieden, mit der wir künftig verstärkt den Vollfarbanteil unserer Buchproduktion kostengünstig und wettbewerbsfähig produzieren. Vor allem bei Schulbuchverlagen sehen wir großes Potenzial mit dem neuen Inkjet-Einzelblatt-System.“, sagt Manfred Stolz, und Jan Stückle ergänzt: „In der Inkjet-Technologie steckt aus unserer Sicht das größte Zukunftspotenzial für den Digitaldruck.“