Mi 03.04.19

Ludo Fact Gruppe übernimmt Verpackungs- und Druckspezialisten HÖHN aus Ulm


Die Ludo Fact Gruppe übernimmt den Geschäftsbetrieb der HÖHN GmbH. Zudem erwirbt die Firmengruppe mit Hauptsitz im schwäbischen Jettingen-Scheppach die Immobilie des renommierten Herstellers von Displays und Verpackungen. Alle 110 Mitarbeiter an den Standorten Ulm, Ludwigsburg und Ratingen werden übernommen. HÖHN befindet sich seit Herbst 2018 in einem Eigenverwaltungsverfahren.

Künftig firmiert das neue Unternehmen unter HÖHN Display + Verpackung GmbH. Der bisherige HÖHN-Geschäftsführer Ingbert Schmitz wird mit seiner Expertise weiter für das Unternehmen tätig sein. Mit dem Kauf erweitert die Ludo Fact Gruppe ihr angebotenes Produktportfolio um Displays und Verpackungen. Zudem kann die Gruppe ihre Wertschöpfungskette vertiefen, da sie zusätzliche Fertigungsstufen, wie Offsetdruck und Stanz- und Kaschierformate, künftig selbst übernehmen kann. Als Zulieferer hat HÖHN im Jahr 2018 bereits Druckerzeugnisse für Spielkarten gedruckt. Diese Druckerzeugnisse sind unter qualitativen Gesichtspunkten sehr anspruchsvoll und nur wenige der Lieferanten haben den dafür erforderlichen Maschinenpark.

Joachim Finkel, Geschäftsführer der zur Gruppe gehörenden HW Holding GmbH sagt: „Mit der Übernahme können wir unser Produktportfolio um für uns wichtige Produkte und Dienstleistungen erweitern. HÖHN hat außerordentlich gut ausgebildete Mitarbeiter und einen modernen Maschinenpark. Davon konnten wir uns in der Vergangenheit überzeugen, weil HÖHN einer unserer Lieferanten war. Unser Schwerpunkt wird nun darauf liegen, die Produktionsleistung deutlich zu steigern. Wir sind davon überzeugt, durch die Zusammenführung der Stärken beider Unternehmen mittelfristig wieder eine führende Marktposition für HÖHN erreichen zu können.“

Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe an sieben Standorten weltweit rund 650 Mitarbeiter. Der Geschäftsbereich „Spiele und Puzzles“ produziert als Ludo Fact GmbH mit ihren Tochtergesellschaften bis zu 17 Millionen Brettspiele und Puzzles für rund 200 Spieleverlage im Jahr weltweit. In der Hochsaison verlassen über 100.000 Brettspiele sowie Puzzles pro Tag die drei Standorte Tschechien, Deutschland und USA.

Umsetzung verschiedener Restrukturierungsmaßnahmen

Die HÖHN GmbH hatte im September 2018 einen Antrag auf Eigenverwaltung beim Amtsgericht Ulm gestellt. Der Geschäftsbetrieb lief anschließend vollumfänglich weiter. Zudem führte das Unternehmen notwendige Restrukturierungsmaßnahmen durch, um den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen. Hierzu wurde bereits Ende 2018 der Geschäftsbereich des Akzidenzdrucks, also der Druck von Katalogen und Prospekten, eingestellt. Dieser war nicht profitabel zu betreiben. Betroffene Mitarbeiter wechselten in eine Transfergesellschaft. Die Zahl der Beschäftigten wurde von 180 auf 110 Mitarbeiter reduziert. In den anderen Bereichen Displays und Verpackungen hat das Unternehmen Prozesse optimiert und sehr kostendiszipliniert gearbeitet.

Unterstützt wurde die Gesellschaft bei den Maßnahmen von den Sanierungsexperten von PLUTA. Zum Team gehörten Dr. Maximilian Pluta, Stefan Warmuth und Ludwig Stern. „Wir haben die Restrukturierung konsequent umgesetzt und den Betrieb wieder so aufgestellt, dass er profitabel wirtschaften kann. Zeitgleich haben wir einen Investorenprozess gestartet, der nun erfolgreich abgeschlossen wurde. Mit dem jetzigen Erwerber haben wir für die Mitarbeiter und die Gläubiger die beste Lösung erzielt“, so Dr. Maximilian Pluta.

Als Sachwalter bestellte das Amtsgericht Ulm Arndt Geiwitz von der Wirtschaftskanzlei SGP Schneider Geiwitz & Partner PartGmbB (Neu-Ulm). Er begleitete gemeinsam mit dem von ihm vor Ort eingesetzten Verfahrensleiter Rechtsanwalt Alexander Hubl im Sinne der Gläubiger das Verfahren. Sachwalter Arndt Geiwitz sagt: „Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war sehr gut und der Schlüssel zum Erfolg. Neben den Fachexperten aus dem Unternehmen haben in diesem Verfahren Sanierungsexperten aus zwei renommierten Kanzleien optimal zusammengearbeitet. Ein positives Beispiel, wie gut die Eigenverwaltung funktionieren kann.“

Die Eigenverwaltung bietet dem Unternehmen Planungssicherheit und berücksichtigt gleichzeitig die Interessen der Gläubiger. Das Unternehmen darf, unterstützt durch erfahrene Sanierungsexperten und unter Aufsicht eines Sachwalters, die Gesellschaft selbst durch das Verfahren führen. Bei einem Eigenverwaltungsverfahren bleibt die Geschäftsführung des Unternehmens im Amt.

Team PLUTA:
Dr. Maximilian Pluta, Rechtsanwalt, Steuerberater und Diplom-Kaufmann
Stefan Warmuth, Rechtsanwalt, Steuerberater und Diplom-Kaufmann
Ludwig Stern, Diplom-Betriebswirt

Team SGP Schneider Geiwitz & Partner:
Arndt Geiwitz, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
Alexander Hubl, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht