Fr 08.05.20

Luftfeuchte kann Verbreitung von Covid-19 am Arbeitsplatz reduzieren


Eine aktuelle Studie der Yale University (USA) gibt neue Einblicke, warum das Raumklima die Übertragung von Covid-19 beeinflusst. Die Forscher kommen zum Ergebnis, dass eine Mindestluftfeuchte von 40 % die Verbreitung und Lebensdauer des Virus reduzieren kann.

Prof. Dr. Akiko Iwasaki, Immunbiologin an der Yale University School of Medicine (New Haven, USA)


Prof. Dr. Akiko Iwasaki, Immunbiologin an der Yale University School of Medicine (New Haven, USA)

Eine Mindestluftfeuchte kann die Ausbreitung und das Überleben von Viren am Arbeitsplatz eindämmen


Eine Mindestluftfeuchte kann die Ausbreitung und das Überleben von Viren am Arbeitsplatz eindämmen

Luftbefeuchtungssysteme sichern eine ganzjährig kontrollierte Luftfeuchte in Gebäuden


Luftbefeuchtungssysteme sichern eine ganzjährig kontrollierte Luftfeuchte in Gebäuden

Mindestabstand, Maskenpflicht und Handhygiene stehen bei der schrittweisen Öffnung des öffentlichen Lebens in Deutschland im Mittelpunkt. Während in mehr und mehr Unternehmen Mitarbeiter wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, gibt eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung Einblicke, wie die Verbreitung von Covid-19 auch in Fertigungsbetrieben und Bürogebäuden zusätzlich eingedämmt werden könnte.

Trockene Luft reduziert Immunabwehr

Das Ausbreitungspotenzial von Corona- und Influenzaviren könnte laut der Studie*, die von Professor Akiko Iwasaki, Immunbiologin an der Yale University, kürzlich veröffentlicht wurde, auch durch die relative Luftfeuchtigkeit beeinflusst werden: „Über 90 % unseres Lebens verbringen wir in Gebäuden in unmittelbarer Nähe zueinander. Worüber nicht gesprochen wird, ist die Beziehung zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und die Übertragung des Virus über die Luft“, erklärt Akiko Iwasaki die Bedeutung der neuen Studie: Wenn kalte, trockene Luft in ein Gebäude strömt und sich durch Heizen erwärmt, sinkt automatisch die relative Luftfeuchte, die dann oft nur noch 20 % beträgt. In dieser trockenen Umgebung können sich Viruspartikel wie SARS-CoV-2 leichter über die Luft verbreiten, entdeckten die Yale-Wissenschaftler. Ebenso hemmt warme, trockene Luft die Fähigkeit der Schleimhäute der Atemwege Virenpartikel abzustoßen. Zusätzlich wird die Fähigkeit des Immunsystems, Erreger zu bekämpfen, in trockeneren Umgebungen unterdrückt, wie Iwasaki herausfand.

Mindestwert für Luftfeuchte gefordert

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % der optimale Bereich ist, um die Ausbreitung von Atemwegsinfektionen wie der Grippe oder Covid-19 zu bekämpfen. „In diesem Feuchtebereich funktioniert das Immunsystem am effektivsten und Viren werden rasch deaktiviert“, erklärt Dr. med. Walter Hugentobler, Mitautor der Yale-Studie. Viele öffentliche und gewerbliche Gebäude verfügen im Allgemeinen jedoch nicht über eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit. Gegenwärtig gibt es auch keine Regulierungen, die einen Mindestwert für die Luftfeuchte am Arbeitsplatz vorschreiben. Wenn Arbeitnehmer während der Covid-19-Krise wieder in ihre Büros und Betriebe zurückkehren, wird es daher wichtig sein, dass Unternehmen auch eine Mindestluftfeuchte besser kontrollieren können als bisher, empfehlen die Experten: „Die Festlegung von Mindestwerten für Raumluftfeuchtigkeit könnte die Belastung der Gesellschaft durch saisonale Atemwegsinfektionen, Grippe eingeschlossen, verringern und Leben retten. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 % wäre dafür ideal“, ist sich Dr. med. Hugentobler sicher.

Ein Whitepaper mit weiteren Informationen über den Zusammenhang zwischen Luftfeuchte und der Verbreitung von Viren kann kostenfrei bei der Condair Systems angefordert werden: https://www.condair-systems.de/dry-building-syndrom